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11.01.2021

Guten Abend, hier ein paar Inhalte zu dem Ersten Gespräch mit dem LEH heute.

Die ersten gemeinsamen Botschaften aus der Sitzung von heute.

Botschaften:

Gemeinsames Ziel ist es, Landwirte langfristig in die Lage zu versetzen, wirtschaftlich rentabel arbeiten zu können. Der Lebensmitteleinzelhandel wird seinen Teil dazu beitragen.
Um dieses Ziel tatsächlich erreichen zu können, müssen alle Beteiligten der jeweiligen Wertschöpfungskette an einen Tisch. Daher werden LEH und Landwirtschaft die Unternehmen der verarbeitenden Lebensmittelindustrie, die Hauptabnehmer landwirtschaftlicher Rohstoffe, in Kürze in die Gespräche einbinden.

Um kurzfristig notleidenden landwirtschaftlichen Höfen zu helfen, bekräftigen LEH und die Vertreter der Landwirtschaft ihre Forderungen nach staatlichen Sofortmaßnahmen.
Hier muss Politik schnell und unbürokratisch helfen.

Darüber hinaus bedarf es weiterer Lösungen, um die strukturellen Probleme der Landwirtschaft zu beheben.
Das kann jedoch nur in einem politischen Dialogprozess geschehen, in den neben dem LEH und der verarbeitenden Lebensmittelindustrie die Landwirtschaft in ihrer gesamten organisatorischen Vielfalt einbezogen wird.
Dieser Gesprächsprozess mit den politischen Verantwortungsträgern aus Landwirtschaft und Wirtschaft müssen zügig beginnen.
LEH und Landwirtschaft bekräftigen ihre Absicht, die Leistungen der deutschen Landwirtschaft stärker kommunikativ herauszustellen

Vom LEH saßen 16 Vertreter in der Projektgruppe Rind, dies zeigt, dass auch diese die Gespräche ernst nehmen.

Denn: Wir Landwirte sind in einer Position, welche noch nie zuvor da war.

08.01.2021

Wir lassen uns nicht unterbuttern!

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Merkel!
Sehr geehrter Präsident Stahl!
Sehr geehrter Präsident Dornseifer!
Mit großem Unverständnis und tief enttäuscht registrieren wir die deutlich preisabschlägigen
Neuabschlüsse der Butterkontrakte zwischen LEH und Molkereien insbesondere vor dem
Hintergrund der anlaufenden Arbeitsgespräche zur Optimierung der Wertschöpfungsketten.
In perfider Weise spielt der LEH seine nunmehr offensichtlich oligopolistischen
Möglichkeiten aus, um entgegen steigender Weltmarktpreise nationale Tiefstpreise
durchzusetzen. Schlimmer noch wachsen die jährlichen Milchimporte, während das
Höfesterben im eigenen Lande ungebremst voranschreitet. Um all dem noch die Krone
aufzusetzen, wird dann ausländische Billigsahne als „Deutsche Markenbutter“ verkauft!
Der Bogen wurde überspannt! Wir fordern hierzu eine sofortige, ehrliche und ausführliche
Erklärung darüber, wer diese Kontraktabschlüsse ermöglicht hat und warum diese so niedrig
ausfielen. Ferner erwarten wir eine zeitnahe und lückenlose Untersuchung durch das
Bundeskartellamt. Letztlich verlangen wir nun auch ausdrücklich vom Handel den Verzicht
von Handelsmarken im Lebensmittelbereich und von der Politik die nationale Umsetzung des
Artikels 148 der GMO.
Diese Kontraktabschlüsse haben sehr viel von dem Vertrauen eingerissen, welches in den
vielen Gesprächsrunden mit dem LEH der letzten Wochen mühsam aufgebaut wurde. Wir
sehen uns daher gezwungen, jetzt noch energischer für unsere Zukunft zu kämpfen. Bitte
haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns angesichts dieser schädlichen Entwicklungen nicht
nur friedlich an die Arbeitstische setzen können.
Jeder muss sich an den Ergebnissen seiner Taten messen lassen. Dass es so weit kommen
konnte, wie es heute gekommen ist, liegt sicher in einer unglücklichen Gestaltung der
Rahmenbedingungen und dem rücksichtslosen Egoismus der wirtschaftlichen Akteure
begründet. Was geschehen ist, ist geschehen. Aber wir müssen jetzt eindringlichst darauf
hinweisen, dass Sie sich nun persönlich für jede weitere Eskalation verantworten müssen.

Hochachtungsvoll
Der Vorstand
Dirk Andresen, Frank Böcker, Claus Hochrein, Johannes Wagenbach, Gerd Austgen

unterbuttern zum Download

 

06.12.2021
Information für unsere Bauern
(erreichte Antworten in der Zusammenfassung zu unseren Punkten)
1. Zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen den Vertragspartner Landwirt und LEH Einrichtung einer Ombudsstelle. Die Besetzung dieser Clearingstelle erfolgt einvernehmlich.
– Eindeutiges Ja von allen 4
2. Bevorzugung regionaler/deutscher Produkte im Laden. Bundesweit einheitliche Kennzeichnung mit gleichem, großem Logo. Bei verarbeiteten Produkten die Kennzeichnung, wenn mindestens 80% der landwirtschaftlichen Rohstoffe aus Deutschland stammen
– Ja von allen 4 LEH, sofern rechtskonform und verbraucherverständlich. Das heißt eine einheitliche Kennzeichnung, die dem Kunden Orientierung bietet und verständlich ist. Ein Preisbezug ist nicht gemeint.
3. Lebensmittel, deren Produktion nicht den deutschen Normen, Auflagen und gesellschaftlichen Wünschen entsprechen, sind sofort auszulisten.
– Rechtsanwalt sofortiger Einwand: kartellrechtlich nicht möglich & Handelsrechtliche Schwierigkeiten
– Kleiner Schritt erreicht: Aus rechtlichen Gründen (Ordnungsrecht) ist es aktuell nicht möglich Zusage der 4 LEH-Parteien, sich stark zu machen, um dieses Ordnungsrecht bei der Politik ändern zu lassen
4. Kennzeichnung am Produkt, wieviel Prozent des Verkaufspreises als Erlös beim Erzeuger (Landwirt) verbleibt.
– Keine Einigung erzielt, da Verarbeiter ebenso offenlegen müssen
5. Zahlung eines „Werbekostenzuschuss“ in einen Marketing-Fonds zur Bewerbung von Menschen und Produkten aus der deutschen Landwirtschaft. Größenordnung 0,1% vom Umsatz des LEH
– Ist weiter in Verhandlung, die Umsetzung wird derzeit seitens LEH mit deren Vorständen besprochen werden, LsV und LEH werden ein Konzept erarbeiten
– auf die Schnelle wurden Einbindung in die Werbekampagne von Landwirten angeboten
6. dass die Erzeugerpreise aller deutschen landwirtschaftlichen Rohstoffe sich dauerhaft, ab sofort um mindestens 30% erhöhen
Eine solche Absprache zwischen Lebensmittelhandelsunternehmen ist rechtlich nicht erlaubt. Zulässige Möglichkeiten zur Verbesserung der Erzeugerpreise sollen in gemeinsamen Arbeitsgruppen (LEH & Landwirte) innerhalb der nächsten Wochen bearbeitet werden. –
Wie können wir unsere Maschinen von den Straßen holen ? Unsere Bauern fordert dringend schnelles Geld auf die Höfe ! Machen Sie uns bitte einen Vorschlag, welchen wir unsere Kollegen anbieten können !
4 LEH unterstützen unser Ziel, dass befristeter Sofort-Hilfsfonds durch Staat, Lebensmittelverarbeitung und Industrie sowie Handel eingerichtet wird, um Corona und ASP abzufedern.

Im Gespräch hat sich noch ergeben:
Thema MINDESTPREIS für Lebensmittel:
Alle 4 LEH werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten uns gegenüber der Politik unterstützen, wie Erzeugerpreise verbessert werden können.
Die anwesenden Teilnehmer der Verhandlung
Hr. Brück (RA) (Rechtsanwalt Kartellrecht)
Hr. Rausch, (BVLH)
Hr. Böttcher (BVLH)
Hr. Haentjes (BVLH)
Hr. Dicker, Aldi Nord
Hr. Ritschel Aldi Süd (LEH)
Frau Kirste (Aldi Nord) (LEH)
Hr. Lange (Edeka) (LEH)
Hr. von Laue (Edeka) (LEH)
Hr. Moog (REWE) (LEH)
Hr. vom Stein (REWE) (LEH)
Hr. Rauschen (KL) (LEH
Frau Bourgoin (REWE) (LEH)
Hr. Steeb Lidl (LEH)
Hr. Mross Lidl (LEH)
Hr. Dr. Balz, Schwarz-Gruppe (LEH)
Hr. Oppitz, Lidl (LEH)
Dirk Andresen (LSV Vorstand)
Claus Hochrein (LSV Vorstand)
Johannes Wagenbach (LSV Vorstand)
Gerd Austgen (LSV Vorstand)
Frank Böcker (LSV Vorstand)
Markus Puder (LSV FG LEH)
Eugen Hagen („Die Cloppenburger“)
Gerrit Meiners („Die Cloppenburger“)
Stefan Grotjann („Die Cloppenburger“)
Douwe Witbaard („Die Cloppenburger“)
Willi Kremer-Schillings („Bauer Willi“)

06.12.2021

An alle deutschen Molkereien

Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist angesichts der sich überschlagenden Ereignisse anzunehmen, dass Ihnen die Situation auf den Höfen unserer deutschen Milchbauern nun mehr und mehr bewusst wird. Leider vermissen wir Gegenmaßnahmen, die über Ihre „Pflicht“ der Prozeßoptimierung hinausgehen. Vielmehr glaubt doch niemand ernsthaft, dass es Ihnen gelingt, die erforderliche Differenz zwischen Kosten und Erlösen über die Kostensenkung oder Erlösmaximierung zu schließen. Das würde auch implizieren, dass hier vorher nur „halbe Sache“ gemacht wurde.
Ist es nicht Zeit, der Welt reinen Wein einzuschenken? Sie und wir wissen doch, dass unser Marktumfeld durch 1. Überproduktion, 2. offenen Märkten, bei überdurchschnittlichen nationalen Standards und 3. einem harten Wettbewerb im Handel gekennzeichnet ist.
Corona verschärft diese Situation nur temporär. Wir werden den harten Wettbewerb im Handel nicht ändern können. Den offenen Märkten können wir nur bedingt etwas entgegensetzen, wenn es uns gelingt, z.B. über auslobungsfähige Standards weniger austauschbare Produkte anzubieten. Die alles entscheidende Schraube ist aber die Angebotssteuerung. Sicher wären hier europäische Lösungen förderlich, aber wer arbeitet denn ernsthaft daran? Zumindest können wir hier keine Initiativen der Molkereien wahrnehmen. Und mit Verlaub erscheinen bei allem Respekt ohne diese Wahrnehmung Ihre vermeintlichen Schulterschlüsse zu Ihren Lieferanten nicht mehr als warme Worte.
Niemand in den Molkereien „blutet“ wirklich mit uns Milchbauern.
Als vor einem Jahr die Sektorstrategie veröffentlicht wurde, schöpften wir Hoffnung. Diese wich der ernüchternden Realität. Sicher wurden auch einige Fortschritte in der Branche (z.B. die Branchenkommunikation) erreicht, aber die wirklich „heißen Eisen“ (z.B. Modernisierung der Lieferbeziehungen) blieben noch unberührt. Damit war es nur ein zusätzliches Jahr, indem erneut das Eigenkapital der Milchbauern in Milliardenhöhe verwirtschaft wurde.
Was erwarten Sie von Ihrem Leben? Was wollen Sie Ihren Nachfolgern hinterlassen? Wie wollen Sie im Gedächtnis der Menschen bleiben? Als Bewahrer einer zum Scheitern verurteilten Branchensystematik, die offensichtlich und erfolgreich die deutschen Milchbauern gegen die Wand fährt oder als wagemutige Modernisierer, die wenigstens den Versuch unternehmen, dem Niedergang etwas Ernsthaftes entgegenzusetzen?
Bei abnehmenden Glauben zählen wir auf Sie!


Der Vorstand
Dirk Andresen, Frank Böcker, Claus Hochrein,
Johannes Wagenbach, Gerd Austgen

31.12.2020

‼️🚨 Zum Ende des Jahres schaut euch bitte das Video an 🚨‼️
Nehmt euch diese 8 Minuten Zeit und lasst es auf euch wirken, damit wir 2021 mit Vollgas für die Zukunft unserer Landwirtschaft kämpfen‼️🚨

https://youtu.be/SbwK7Qa7dLI

17.12.2020
LSV Stellungnahme zur Moorschutzstrategie!

LSV Stellungnahme zur Moorschutzstrategie
Herr Ley hatte bei der Konferenz zutreffend die Herausforderungen bei der
Moorschutzstrategie beschrieben.
Diese liegen in dem Zwiespalt von dem Erhalt bzw. der Förderung von Biodiversität, einer möglichen CO2 Speicherung in intakten Mooren, um einem Freisetzen von CO2 entgegen zu wirken, und dem Eingriff in das Eigentum der Landwirte und in die gesicherten Ernährung der Bevölkerung durch nachhaltige und dauerhafte Nutzung.
Es wurde beschrieben das 1,8 Mio ha Moorflächen in Deutschland vorhanden sind. 400 Tsd. ha als reine Moorfläche und 1,4 Mio ha werden landwirtschaftlich genutzt. Zunächst muss für jede Fläche ergebnissoffen geklärt sein, welche möglich zukünftige Nutzung überhaupt möglich sein könnte:
– Intakte Moorfläche, welche dauerhaft und gesichert Biomasse und somit CO2 aufbaut und speichert
– Ehemalige Moorfläche, welche man durch Wieder Vernässung wieder zu einer intakten Moorfläche bekommt.
– Ehemalige Moorfläche, die weiter Ackerbaulich oder durch Grünland genutzt wird, wobei der Abbau von Kohlenstoff durch Anheben des Wasserspiegels minimiert werden soll.
– Ehemalige Moorfläche, die durch die unwiederbringliche Zerstörung der wasserundurchlässigen Schicht nicht wieder als Moor nutzbar ist. Hier sollte es bei der derzeitigen Nutzung bleiben.
In diesem Zusammenhang gilt es zu Bedenken, bei welchen Moorstandorten es überhaupt noch möglich und sinnvoll ist, diese wieder zu vernässen. Viele ehemalige Moorflächen wurden vor Jahrhunderten bzw. Jahrzenten erst urbar gemacht. Zum Beispiel durch Tiefpflügen, Umkuhlen und Entwässerung wurde die derzeitige Nutzung überhaupt erst ermöglicht. Die auf den Moorstandorten produzierten Lebensmittel und wirtschaftlichen Zusammenhänge waren für die Landwirte und die Regionen bitter nötig und sind es noch. In diesem Kontext gilt es zu Bedenken, bei welchen Moorstandorten es überhaupt noch möglich und sinnvoll ist, diese wirkungsvoll in eine Wiedervernässung zurückzuführen. Aus der Sicht von uns Landwirten wäre der Punkt Biodiversität am besten zu bedienen, indem wie geplant die noch schützenwerten, intakten, bisher wenig genutzten Moore unter Schutz gestellt werden sowie einzelne kleine Flächen innerhalb der bewirtschafteten Moore
zielgerichtet im Sinne der Biodiversität bewirtschaftet werden. Hier können Flurbereinigungen von Vorteil sein, um einerseits Moorflächen von einer Bewirtschaftung freizustellen und andererseits Betrieben die Möglichkeit einer weiteren ökonomischen Bewirtschaftung ihrer Höfe zu geben.
Für die Biodiversität ist eine zielgerichtete Bewirtschaftung z.B.: durch Beweidung besonders wichtig, weil nur dadurch die uns bekannte Artenvielfalt erst entstanden ist! Und nicht ausschließlich durch „sich selbst überlassen“! Allerdings ist immer zu beachten, dass durch sehr hohe Wasserstände unter Umständen eine Beweidung sehr erschwert sein kann. Näher möchten wir die Maßnahmen nicht beschreiben, weil diese immer in Abhängigkeit von dem Moor und den Wasserverhältnissen gedacht werden müssen. Also individuell und lokal, weil auch bei gleichen Wasserständen sehr unterschiedliche Trittfestigkeiten gegeben sein können.
Bestehende und Intakte Moorstandorte sind in jedem Fall zu schützen und die klimawirkende und CO2 speichernde Wirkung zu verbessern. Um jedoch die negativen Auswirkungen der Moore auf den Klimawandel zu reduzieren bzw.
aufzuheben, teilen wir den Optimismus der überwiegenden Zahl der Teilnehmer der
Videoveranstaltung nicht, das eine Vernässung die Lösung dieses Problems ist: Circa 9000 Landwirte leisten derzeit mit Ihren Biogasanlagen einen positiven Beitrag zum Klimawandel.
Das geschieht mit der Nutzung von methanbildenden Bakterien. Wenn man diese Unternehmer fragt, was bei einer Vernässung der Moore passiert, bekommt man die Antwort, das das die größte Biogasanlage Deutschlands wird und damit zu explodierenden Methanemissionen führen würde.
Im Sommer wird sich das oberflächennahe Wasser erwärmen und zusammen mit der organischen Masse ideale Bedingungen für eine massive Vermehrung der methanisierenden Bakterien bilden. Die Moore werden durch die anaeroben Prozesse beginnen zu blubbern. Mit dieser Methanproduktion könnten in diesen vom Klimawandel erwärmten Zeiten der Klimawandel nochmal deutlich befeuert werden:
Methan ist 28-mal klimaschädlicher als CO2. Also müssen die Kohlenstoffabbauraten unter den Mooren durch Methanisierung deutlich unter 1/28 der derzeitigen Abbauraten durch Bewirtschaftung bzw. Trockenlegung sein, damit überhaupt ein Klimabilanzerfolg zu erwarten ist. Zu Bedenken gilt weiterhin, ob überhaupt ausreichend Wasser – Ressourcen in den Gebieten vorhanden sind, um so eine Wiedervernässung auch erfolgreich gestalten zu können und dauerhaft zu sichern.
Wir möchten deshalb deutlich vor einer Vollvernässung von ehemaligen Moorstandorten, ohne vorher mit realistische Messungen und Modellen die wirklichen Effekte und Konsequenzen festgestellt zu haben, warnen.
Wahrscheinlich ist es sinnvoller eine Bodenschicht von mindestens einen halben Meter zur Temperaturisolierung relativ trocken zu halten. Das wäre dann auch eine Basis um eine landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten. Zudem halten wir das zur Verfügung stehende Kartenmaterial für nicht belastbar und fordern hier Nachbesserung. Die Bewirtschaftung der Moorstandorte hat nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Seite. Die am Anfang der Strategie beschriebene Freiwilligkeit wird nur im Konsens zur wirtschaftlichen Betroffenheit der Bewirtschafter und Eigentümer hergestellt werden können. Dieser Konsens MUSS über allen Überlegungen stehen.
Je weiter man das Strategiepapier des BMU nach hinten liest, umso mehr findet man den Sprachgebrauch der gesetzlichen Regelung wieder.
Gesetzliche Regelungen müssen die Ausnahme sein.
Landwirtschaftliche Betriebe und Eigentümer haben in ihr Betriebsvermögen investiert. Nach den gültigen gesetzlichen Vorschriften. Diese Investitionen gilt es im Konsens auszugleichen.
Wir sind überzeugt, dass jede Nutzung oder auch die Aufgabe der Nutzung zu negativen Klimaauswirkungen führen wird. Die Frage ist mit welcher Nutzung dieser negative Effekt am geringsten ist.
Wir sehen die beste nachhaltige und dauerhafte Bewirtschaftung in der
Bewirtschaftungsweise wie sie heute schon angedacht ist, allerdings mit einer konsequenten Verbesserung der Ziele. Ziel muss es sein den Grundwasserspiegel weiter zu erhöhen. In vielen Gebieten sind die Voraussetzungen durch eine Funk-basierte Wasserpegelsteuerung bereits vorhanden.
– Dazu bedarf es allerdings noch bodenschonenderer Technik (z.B. Raupenfahrwerke) deren Beschaffung allerdings von der Öffentlichkeit finanziert werden müsste.
– Dazu bedarf es eine flexible und kurzfristige Reaktion bei der Regulierung des Wasserstandes in Kooperation mit den Bewirtschaftern
– Dazu bedarf es auch einer Akzeptanz für Süßgräser, weil nur diese mit ihrer einzigartigen Wurzelbildung einen Beitrag zur Tragfähigkeit der Böden leisten und damit höhere Wasserstände erlauben.
– Dazu bedarf es auch noch mutige und Innovative Landwirte, die in einem Zusammenspiel mit öffentlicher Förderung ihren Beitrag dazu leisten die klimaschädlichen Auswirkungen der Moore auf das mögliche Minimum zu reduzieren. Wir sind sicher, dass wir Landwirte dazu in der Lage sind!
– Dazu bedarf es auch einer Öffentlichkeit die tatsächliche Fakten auch akzeptiert und nicht nur die Betriebsaufgabe bzw. Bewirtschaftungsaufgabe als Lösung für alle Probleme sieht.
– Die Konsequenz aus sehr hohen Wasserständen kann auch sein, dass eine Beweidung
– auch wenn sie aus Artschutzgründen sinnvoll wäre, evtl nicht möglich sein kann. Hier muss lokal abgewogen werden.
Im Gegenzug bekommt die Allgemeinheit die bestmögliche Strategie zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Und dass zu deutlich geringeren Kosten als wie sie bei einer Totalaufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung entstehen würden.
Genauso wie beim Artenschutz möchten wir auch hier von LSV anregen, dass für jede Moorkulisse Beiräte aus Landwirtschaft, Naturschützer, Wasser und Bodenverbände und denGemeinden gebildet werden, die Konzepte entwickeln sollen und diese zusammen mit der notwendigen Finanzierungskosten zur Genehmigung bei den Landesumweltämtern vorlegen.
Eine Bundeseinheitliche Regelung kann nicht den regionalen Ansprüchen der sehr
unterschiedlichen Moore Deutschlands gerecht werden.
Zusammenfassend muss man sagen: Intakte Moorstandorte sind zu erhalten und zu fördern. Bei der Erweiterung bzw. Wiedervernässung muss standortspezifisch zusammen mit Bewirtschaftern und Eigentümern entschieden werden, ob und wie man überhaupt sinnvollerweise etwas für den Moorschutz erreichen kann oder sollte! “Nasser“ kann dabei zielführender sein als “Vollvernässung“.
Mögliche Wege für die Förderung des Moorschutzes dürfen nur über kooperative Ansätze verfolgt werden! Für ordnungsrechtliche Eingriffe sehen wir unsererseits keinerlei Zustimmung!
Die Zusammenhänge sind analog wie beim Artenschutz, beim Insektenschutz und wie bei vielen anderen Dingen zu sehen: Ein Erfolg kann nur gemeinsam mit und nicht gegen die Landwirtschaft erreicht werden!
Für inhaltliche Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung:

Werner Schleupen (schleupen@t-online.de)
Matthias Everinghoff (matthias.everinghoff@t-online.de)
Frank Kisfeld (frank@kisfeld.net)

Download:

LSV Stellungnahme zur Moorschutzstrategie

15.12.2020
Landwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel wollen heimische Erzeuger stärken!

Medienstatement
15.12.2020
Landwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel wollen heimische
Erzeuger stärken
Vertreter von Land schafft Verbindung (LsV), Vertreter von Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl und Rewe
sowie der Handelsverband Lebensmittel (BVLH) haben am vergangenen Freitag über die
angespannte wirtschaftliche Situation in der Landwirtschaft beraten.
Beide Seiten waren sich im Rahmen des konstruktiv geführten Gesprächs einig, dass Deutschland
eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht. Um diesem Ziel näher zu kommen, haben Handel und
LsV folgende konkrete Punkte vereinbart.

1. Eine neutrale Ombudsstelle zwischen Handel und Landwirtschaft soll einvernehmlich beauftragt
werden, um Konflikte im Rahmen eines strukturierten Verfahrens konstruktiv und kompetent
beizulegen. Dafür soll an bestehende außerstaatliche Strukturen angeknüpft werden, um eine
Ombudsstelle schnell arbeitsfähig zu machen.

2. Der Lebensmitteleinzelhandel und die Landwirtschaft verfolgen das Ziel einer zeitnahen
Einführung einer einheitlichen, verbraucherverständlichen Herkunftskennzeichnung für heimische
landwirtschaftliche Erzeugnisse. Diese muss rechtskonform ausgestaltet werden.

3. Die Handelsunternehmen haben zugesagt, im Rahmen ihrer Werbeaktivitäten die Leistungen der
deutschen Landwirtschaft stärker herauszuarbeiten.

4. In zwei Arbeitsgruppen werden kurzfristig konkrete und strukturelle Lösungen für die beiden
Sektoren Schwein und Milch erarbeitet, mit dem Ziel für höhere Anforderungen, höhere Erlöse zu
erzielen.

5. Die Lebensmittelhandelsunternehmen unterstützen das Ziel der Landwirte, dass ein Sofort Hilfsfonds eingerichtet wird, der dazu beiträgt Corona- und ASP-bedingte Einkommenseinbußen
abzufedern. Der Fonds soll befristet eingerichtet werden. Neben dem Lebensmittelhandel müssen
sich der Staat, die Lebensmittelverarbeitung und die Lebensmittelindustrie beteiligen. Auch sollten
öffentliche Gelder in den Fonds einbezogen werden. Wie ein solcher Fonds rechtssicher
eingerichtet sowie effektiv und zielgerichtet ausgestaltet werden kann und wie die Gelder bedarfs und leistungsgerecht verteilt werden, soll nun geprüft werden. Dafür sollen kurzfristig Gespräche
mit Politik und Verarbeitern aufgenommen werden, die der Handel unterstützt.
Die vereinbarten Maßnahmen werden kurzfristig im Dialog ausgestaltet und sollen so schnell wie
möglich umgesetzt werden.
LsV und Handel betrachten die vereinbarten Punkte als wichtiges Signal zur Förderung des
Miteinanders in der Lieferkette. LsV wirkt in diesem Geist darauf, dass der Warenverkehr künftig
ungehindert fließen kann und die Lebensmittelhändler die Versorgung der Bevölkerung auch vor dem
Hintergrund der Corona-Pandemie uneingeschränkt sicherstellen können.

Ansprechpartner:

LsV Deutschland & Bauern der Aktion Cloppenburg: presse@landschafftverbindung.de
BVLH: Christian Böttcher, Pressesprecher, presse@bvlh.net

Zum Download:

LsV-LEH-Medienstatement_final_15-12-20

13.12.2020
Insektenschutzstrategie LSV-Deutschland

Fakten zum Insektenschutz:

 Um die Entstehung unserer bekannten Artenvielfalt zu verstehen, ist es unerlässlich in die Vergangenheit zu schauen. Nach der letzten Eiszeit war Mitteleuropa im Wesentlichen Bewaldet und wurde langsam, aber stetig in (Land)Bewirtschaftung genommen. In der folgenden Tabelle (KORNECK et. al.), welche die Artenvielfalt der Pflanzenwelt darstellt, wird sehr deutlich, das mit der Bewirtschaftung eine Zunahme der Artenvielfalt einhergeht. Da sehr viele Insekten immer nur bestimme Wirtspflanzen benötigen (Schlüssel/Schloss Prinzip) muss man annehmen das die Insektenvielfalt sich ähnlich mitentwickelt.

– So hatte die uns bekannte Artenvielfalt an Pflanzen und Insekten in Mitteleuropa ihr Maximum vor ca. 150 bis 170 Jahren. Das ist auch darin begründet, das zu dieser Zeit begonnen worden ist die damalige Artenvielfalt zu dokumentieren. Diese Aufzeichnungen dienen häufig als Grundlage für die bekannten roten Listen. Zusammenfassend muss man erkennen, dass die vielzitierte uns bekannte Biodiversität in Mitteleuropa nicht aus einem natürlichen Ursprung entstanden ist,sondern die Konsequenz aus der damaligen Bewirtschaftungsweise der Kulturlandschaft. Die Landschaft wurde übernutzt: Natürliche Dünger waren Mangelware, Erträge von Ackerflächen waren spärlich, Weiden wurden übernutzt, sämtliche Holzvorkommen wurden für Bauzwecke oder zum Heizen genutzt, Torf wurde als Einstreu und als Brennmaterial benötigt, um nur einige Beispiele zu nennen. Aus diesem Grund finden wir sehr viele Rote Liste Arten auch nicht in Schutzgebieten, wo man sie vermuten könnte, sondern dort, wo sie am wenigsten vermutet werden: Zum Beispiel auf Truppenübungsplätzen und in den Tagebau Regionen des Braunkohleabbaus.

 Auch wissen wir das Insekten, wenn Sie eine Auswahl haben, immer eine gesündere und besser entwickelte Pflanze anfliegen und bestäuben.(Quelle) Deswegen nehmen wir an, das sich die Artenvielfalt um 1850 besonders günstig entwickelt hat, weil durch die Einführung von Kohleverbrennung (Düngung durch NOX) und die dadurch nicht mehr ganz so intensive Nutzung der natürlichen Brennstoffe ein gewisses , sehr günstiges Gleichgewicht eingestellt hat.

 Heute ist es nun leider so, dass durch allgegenwärtige Verbrennungsprozesse und natürlich auch durch die Landwirtschaft, Stickstoffverbindungen entstehen, welche die gesamte Landschaft „düngen“. Dadurch werden Nährstoffarmut liebende Pflanzen, welche die Nahrungsgrundlage vieler Insekten darstellen, viel zu leicht verdrängt. Für die gewollten Arten passt der Lebensraum (Habitat) einfach nicht mehr. Hier kann und muss aktiv eingegriffen werden. (vgl. KUNZ 2016)  Die Krefelder Insektenstudie passt genau in die Argumentation und untermauert die oben genannten Fakten: Denn grade dort, wo nicht aktiv eingegriffen wird, bzw. wo die Natur sich selbst überlassen wird, dort wo keine Nährstofffrachten abgefahren werden, sondern sich diese Nährstoffe anreichern, sind die Probleme nachweislich am größten. Weitere Studien und Metastudien (VAN KLINK 2020) bestätigen im Wesentlichen das die auf bestimmte Pflanzen spezialisierten Insekten zurückgehen. Wir sehen hier die nicht passenden Habitat Voraussetzungen (s.o.) für ursächlich.

Sehr viele Faktoren werden in Abhandlungen zum Insektensterben mit Absicht nicht berücksichtigt:

– Klima und Umwelt: Damit sich Insektenmengen optimal entwickeln und auch wirklich große Mengen nachgewiesen werden können, bedarf es einem trocknen und warmen Frühling mit vielen Sonnenstunden ohne einen Kälteeinbruch. Zum Beispiel war das Jahr 1989, welches für die Krefelder Studie die Grundlage bildet, ein optimales Jahr mit Massenwachstum. In den Jahren 2012 bis 2017 waren die Frühjahre bzw. Frühsommer zum Beispiel eher durch Kälte oder Nässe geprägt. Die Jahre 2018 bis 2020 werden bisher nicht veröffentlicht! – Mobilfunkstrahlung: Ein Einfluss von elektromagnetischer Strahlung ist wissenschaftlich nachgewiesen. Um einen Eindruck dafür zu bekommen, schauen sie sich gerne das folgende Video an:

https://www.youtube.com/watch?v=ts3wEpQg2xA

 Bisher wurde kein negativer Einfluss auf Insektenpopulationen in Naturschutzgebieten festgestellt, durch die sachgemäße Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf angrenzenden Ackerflächen. (mündl. Dr. Sorg 2020)
Abgeleitet aus diesem Wissen/den Fakten haben wir wirksame Ansatzpunkte erarbeitet, um effektiv etwas für die Natur zu erreichen:

1) Für einen effektiven Arten – und Insektenschutz bedarf es der Installation kleinräumiger Fachgruppen, welche für jedes Gebiet bzw. jede Landschaft eigene Ziele und Ansätze entwickelt. Dabei muss in erster Linie die zu schützenden Arten mit ihren Habitat Ansprüchen zusammengebracht werden!

2) Naturschutz bedeutet nicht Artenschutz und erst Recht nicht Insektenschutz! Im Naturschutz werden in den meisten Fällen die derzeitigen Zustände erhalten bzw. geschützt. Um zielgerichtet Artenschutz in Schutzgebieten erreichen zu können, sind massive Bearbeitungen und Eingriffe notwendig, welche zurzeit nicht vorgesehen und auch gesetzlich gar nicht möglich sind. Hier MUSS mehr in Richtung Artenschutz gedacht werden. Und es müssen dazu gesetzliche Möglichkeiten geschaffen werden. Man muss darüber diskutieren ob Naturschutz mehr wert hat, als Artenschutz oder Insektenschutz

3) Auch müssen geeignete Zielwerte in Bezug auf Biodiversität entwickelt werden für Naturschutzgebiete genauso wie für Ackerflächen und allen anderen Nutzungsformen. Erst dann können zielgerichtet Maßnahmen entwickelt und überprüft werden.

4) Zitat Prof. Kunz: „Die Wiederbewaldung Mitteleuropas seit dem 19. Jahrhundert muss an erster Stelle genannt werden, wenn eine Erklärung für den Artenschwund gesucht wird.“ Grade im Wald wäre ein großer Ansatz um insektentechnisch etwas zu erreichen. Kleine, offen gehaltene Inseln mit wenig oder spärlicher Vegetation zu schaffen, wäre ein richtiger Ansatz. Hier bedarf es gesetzlicher Grundlagen (Walderhaltungsgebot) und gezielter Förderung!

5) Mehrjährige, qualifizierte, ortsangepasste Blühstreifen mit verpflichtender Mahd und Abfuhr des Aufwuchses. Dadurch sollen diese Flächen langsam nährstoffärmer und artenreicher werden. Im Idealfall kombiniert mit einem Schwarzbrache-Streifen oder Insektenwällen. Die notwendigen Mahd Zeitpunkte können dabei sehr unterschiedlich sein und müssen nach guter fachlicher Praxis erfolgen: So kann eine frühe Mahd notwendig sein, um viel Stickstoff zu entziehen.

Diese Streifen sind sowohl für Randbereiche von Ackerschlägen interessant, als auch für die Teilung von großen Ackerschlägen. So können mit gleicher oder ähnlicher Einsaat und Pflege ganz unterschiedliche Arten gefördert werden.  Hier ist ein starker finanzieller Anreiz notwendig, um für diese aufwendigen Umweltleistungen eine Akzeptanz in der Landwirtschaft zu schaffen!

6) Sehr viele Insektenarten benötigen neben der passenden Nahrung, auch offene Bodenstrukturen, welche nicht zuwachsen, damit die Sonne sie zügig erwärmen kann. Die schnellste Möglichkeit dieses zu erreichen, ist Schwarzbrachen anzulegen. Hier bedarf es gezielter Förderung!

7) Mit dem Wissen um die Habitat Ansprüche von zum Beispiel Feldhamstern oder Grauammern wäre es grundsätzlich möglich diese auf landwirtschaftlichen Flächen „anzubauen“. Dafür sind zwei Dinge jedoch absolut notwendig: Erstens ist es nicht mehr möglich auf diesen Flächen auskömmliche Erträge zu erwirtschaften; Also muss dieser „Anbau“ wirtschaftlich interessant sein. Und Zweitens muss sichergestellt sein, dass diese für die Natur optimierten Flächen nicht unter Schutz gestellt werden.

8) Damit ein Vernetzung-Effekt möglich wird, ist es notwendig, dass alle oder möglichst viele Landwirte an biodiversitätsfördernden Maßnahmen teilnehmen. Hier kann über die EU Agrarprämie Anreize geschaffen werden. Für den Insektenschutz ist eine mehrjährige Ausrichtung von Blühangeboten und anderen ökologischen Angeboten wichtig.

9) Änderung der Bewirtschaftung und Pflege von Ackerrändern, Wegeränder und Uferbewuchs. Kein Mulchen mehr, sondern mähen und abfahren. Auch hier geht es darum durch Nährstoffabfuhr der Eutrophierung entgegen zu wirken und den Artenreichtum zu fördern. Auch hier sollte man über frühe Mahd Termine nachdenken, um Nährstoffe aus dem System herauszubekommen. Eventuell muss man auch über historische Bearbeitungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Abbrennen von Teilflächen nachdenken. Vielleicht im Anschluss mit gezielter Einsaat oder Pflanzung von seltenen Pflanzen.

10) Prädation ist ein ideologisch vollkommen unterschätztes Problem. Die Ursache für unsere Artenvielfalt ist und war in den letzten Jahrhunderten in Mitteleuropa immer ein aktives Eingreifen in die Natur durch den Menschen. Dieses gilt natürlich auch für die Fressfeinde der Arten, die wir schützen wollen. Oft wird in Schutzgebieten die Jagd sogar untersagt oder stark eingeschränkt; Erwähnt werden muss hier das Problem der eingewanderten Arten und auch die vollkommen außer Kontrolle geratene Gänseproblematik muss hier angesprochen werden. (vgl. Prädation beim Rebhuhn: Gottschalk & Beeke 2014, Olsen 2017)

11) Abschaffung der Umbruch Notwendigkeit von Grünland, damit Flächen nicht ins Dauergrünland wandern. Alle Dauergrünlandflächen sind bekannt und kartiert. Jeder unnötige Umbruch vermindert Insektenmengen und setzt unnötig Nährstoffe frei.

12) Akteursvielfalt erhält mehr Biodiversität! Je mehr Bauern oder andere Landbewirtschafter es gibt, umso vielfältiger werden die Flächen bewirtschaftet.

13) Überprüfung der derzeitigen Ausgleichsmaßnahmen für Bauvorhaben. Sowohl was den Ausgleich des Biodiversitätsschadens angeht, als auch was die Qualität der Ausgleichsmaßnahme angeht. (meistens wird nur Wald oder Einzelbäume angepflanzt) Auch muss die Entsiegelung konsequent vorangetrieben werden und weitere Versieglung, darf nur dort erfolgen wo es zwingend notwendig ist.

14) Evaluation von allen Maßnahmen: In regelmäßigen Abständen, müssen alle angewandten Maßnahmen auf ihr Wirksamkeit hin überprüft werden.

Bei unserem Maßnahmenpaket haben wir uns ausdrücklich nur auf Maßnahmen beschränkt, welche im Wesentlichen mit politischem Willen und etwas Geld durchführbar sind ohne dabei die Ernährungssicherheit und den Erhalt der deutschen Landwirtschaft zu gefährden.

Für Rückfragen stehen wir zur Verfügung!

LsV Fachgruppe Insektenschutz und Biodiversität:

Frank Kisfeld (Sprecher) NRW
Inke Magens Schleswig Holstein
Christa Maria Wendig Mecklenburg Vorpommern
Milva Iderhoff Niedersachsen
Gerit Brockmann Thüringen
Thies Kruse Schleswig Holstein
Werner Schleupen NRW
Xaver Pfaller Bayern
Thomas Essig Brandenburg
Helge Beckurs Sachsen Anhalt
Alexander Kern Baden Württemberg

insektenschutz@landschafftverbindung.de
+49 173 8846511

Zum Downloaden:

Insektenschutzstrategie

Stellungnahme

Protokoll der Sitzung des LSV Länderbeirates am 11.12.19

Neben der medialen Zusammenfassung der Sitzung in Kassel gibt es nun auch hier das vollständige Sitzungsprotokoll.

Sitzung des LsV Länderbeirates – 11.12.19

Am 11.12.19 wurde kurzfristig eine Sitzung einberufen. Neben verschiedenen Themen standen standen im wesentlichen drei Themen auf der Agenda.

Top 1: Zukunft und Weiterarbeit des kommissarischen Beirates.
Top 2: Struktur und Aufstellung von Land schafft Verbindung auf Bundesebene.

Top 3: Erarbeitung einer Agenda für die Bildung der Zukunftskommission, wie Sie uns von der Bundeskanzlerin aufgetragen wurde.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse dieser Sitzung findet ihr hier.

Kundgebung- für Wiesbaden am 10. Dezember 2019, um 12:00 Uhr ist offizieller Beginn der Demonstration. Treffpunkt ist vor dem Hessischen Ministerium für Umweltschutz, Mainzer Str. 80, Wiesbaden.

weitere Info

Keine Einleitung von ungeklärten Hausabwässern in Gewässer

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass ungeklärte Hausabwässer nicht länger ungeklärt in Gewässer eingeleitet werden dürfen.
Dieses ist gegenwärtig gängige Praxis vieler Städte in Deutschland. Dabei wird weder eine Bewertung des Umfanges der Einleitung, noch der tatsächlichen Auswirkung auf die Gewässergüte Rechnung getragen.

Petition zeichnen

 

10.11.2019 Land schafft Verbindung ist wieder vereint – nach einer intensiven Aussprache kümmern wir uns gemeinsam um unsere Bewegung – dazu gehört auch die Zusammmenführung beider Facebook Seiten – dazu wird das Protokoll der Sitzung veröffentlicht.

GEZ Maike Schulz-Broers und Dirk Andresen

07.11.2019

Wir haben uns heute alleine mit Frau Klöckner getroffen. 

07.11.2019
Nach unserem ersten Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Schleswig-Holstein findet heute das zweite Treffen auf Einladung der Ministerin in Berlin statt. Neben Dirk Andresen und Thomas Andresen die auch schon in Schleswig-Holstein das Gespräch geführt haben kommt Johanna Mandelkow aus Brandenburg noch als tatkräftige Unterstützung dazu. Drückt die Daumen für unsere Landwirtschaft.
04.11.2019
Anlässlich der Umweltministerkonferenz am 14.11.2019 in Hamburg findet eine Demonstration des Aktionsbündnisses Forum Natur unter dem Motto „Kooperation statt Verbote“ statt. Der Demonstrationsort ist der Gänsemarkt in der Nachbarschaft des Marriott-Hotels, Hamburg. Die Demonstration findet statt am Donnerstag, den 14. November 2019 von ca. 12.00 bis 15.00 Uhr Veranstalter und Teilnehmer sind Weidetierhalterverbände, das Aktionsbündnis Forum Natur und verschiedene Bauernverbände sowie Land schafft Verbindung. Im Schulterschluss mit allen Betroffen wollen wir bei der UMK Flagge zeigen!

Dazu Thomas Andresen vom Schleswig Holstein:

31.11.2019
Berlin – Bundesweit organisieren sich Landwirte, weil sie von der derzeitigen Umwelt- und Landwirtschaftspolitik die Wirtschaftskraft und den sozialen Frieden im ländlichen Raum in Deutschland gefährdet sehen. Nach den Demonstrationen am 22.10.2019 plant die Bewegung nun eine weitere Kundgebung mit Sternfahrt am 26. November 2019 in Berlin Brandenburger Tor

Dazu Johanna Mandelkow aus vom Team Brandenburg:

31.11.2019
Land schafft Verbindung trifft erstmalig auf Bundesministerin Klöckner in Erde am Tisch. Sie ist unserem nachdrücklichen Aufruf  mit einer weiteren Aktion spontan gefolgt. Dirk Andresen und Thomas Andresen unterhalten sich mit Ihr am Tisch um über Agrarpaket und Düngeverordnung zu reden.
06.11.19
Anlässlich der Umweltministerkonferenz am 14.11.2019 in Hamburg findet eine Demonstration des Aktionsbündnisses Forum Natur unter dem Motto „Kooperation statt Verbote“ statt. Der Demonstrationsort ist der Gänsemarkt in der Nachbarschaft des Marriott-Hotels, Hamburg. Die Demonstration findet statt am Donnerstag, den 14. November 2019 von ca. 12.00 bis 15.00 Uhr Veranstalter und Teilnehmer sind Weidetierhalterverbände, das Aktionsbündnis Forum Natur und verschiedene Bauernverbände sowie Land schafft Verbindung. Im Schulterschluss mit allen Betroffen wollen wir bei der UMK Flagge zeigen!

07.10.2019
Guten Abend alle zusammen! DIE DEMO IN BONN AM 22.10.2019 UM 11.00 Uhr IST ANGEMELDET. TREFFPUNKT IST DER MÜNSTERPLATZ Traktorkonvoi über die Autobahn: Erlaubt ist er, wenn er bei der Polizei oder der zuständigen Genehmigungsbehörde als Kleinstdemo angemeldet wird. Dafür muss die Behörde die ungefähre Traktoranzahl wissen. Ohne Anmeldung ist es Fahren ohne Genehmigung und ein schwerer Eingriff in den Straßenverkehr, darauf kann es eine Freiheitsstrafe geben. Wir als Orga-Team distanzieren uns ausdrücklich von nicht genehmigten Fahrten. Grüne Kennzeichen dürfen auf diesen Fahrten benutzt werden. Eine Bauerndemo erfüllt einen landwirtschaftlichen Zweck. Es ist keine Versteuerung notwendig. Jede Region/Kreisgruppe kümmert sich bitte selbst um die Genehmigung Für Fragen stehen wir, das Orga-Team, Euch gerne zur Verfügung. WIR ROCKEN DAS GEMEINSAM!!

06.10.2019
Liebe Mitstreiter! Folgendes Zitat von Johann Millendorfer spricht dieser Bewegung vollkommen aus dem Herzen : “Ihr seid nicht die Letzten von gestern, sondern die Ersten von morgen!” Wir haben uns GEMEINSAM auf den Weg gemacht, um auf unsere Situation aufmerksam zu machen. Schon alleine die Tatsache, hier so eine Aktion zu starten und uns alle zu vereinen, ist ein starkes Signal. Aus dieser Geschlossenheit heraus stellen dies unsere dringlichsten Forderungen dar:
  1. Das Agrarpaket gefährdet bäuerlichen Familienbetriebe. Wir wollen sie erhalten.
  2. Die Verschärfung der Düngeverordnung führt zu Unterdüngung. In den sogenannten roten Gebieten schadet das dem Boden und dem Wasser mehr, als es nützt.
  3. Buhmann der Politik und vieler NGOs: Die permanente negative Stimmungsmache, das Bauernbashing, führt zu Ärger und Frustration im Berufsstand.Diskriminierung, Benachteiligung und Mobbing von Angehörigen gehören zur Tagesordnung. Das gefährdet die Zukunft der Betriebe und des ländlichen Raums. Unter solchen gesellschaftlichen Umständen und ständig an den Pranger gestellt, oft weder fach- noch sachgerecht, verliert der Beruf des Landwirts seine Attraktivität.
  4. Das Mercosur-Handelsabkommen gefährdet durch Billigpreise importierter Waren, die Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der Region. Wir rufen zu Tisch – miteinander reden, statt übereinander: Wir fordern Verhandlungen zwischen Landwirten, den beiden Bundesministerinnen für Landwirtschaft sowie Umwelt, Julia Klöckner und Svenja Schulze, sowie den führenden und verantwortlichen NGO’s.


05.10.2019
Zunächst wollen wir euch nochmal sagen, wie begeistert wir sind, was hier in den wenigen Tagen auf die Beine gestellt wurde. Das ist einfach Wahnsinn! Wir wissen, dass überregional schon einiges in der Planung ist, deshalb hier ein paar Hinweise von unserer Seite:
  • Vergesst bitte nicht die Demo in Bonn, so sehr wir regionale Aktionen begrüßen, aber auch dort brauchen wir viele Leute!
  • wenn ihr regional etwas plant, nutzt bitte eure regionalen Strukturen zur Unterstützung, ihr werdet sie brauchen können
Bei Aktionen im Namen von Land schafft Verbindung bitten wir euch um folgende Dinge:
  • bitte sichert euch zuvor durch Genehmigungen und Absprachen mit der Polizei rechtlich ab. Unserer Info nach sind Treckerkonvois auch auf Autobahnen dann erlaubt, wenn sie vorher angemeldet sind und mit Polizeieskorte erfolgen.
  • seid friedlich, ohne Krawall und beschädigt keine fremden oder öffentlichen Güter. Sollten solche Dinge bei Aktionen im Namen von Land schafft Verbindung erfolgen, distanzieren wir uns im Vorfeld bereits ausdrücklich davon.
  • auch wenn wir nachdrücklichen Protest wollen, denkt auch daran, dass ihr Verständnis beim Verbraucher braucht. Dazu kann schon ein Schild am letzten Trecker eines Konvois helfen mit dem Spruch: Sorry, aber sonst werden wir ja nicht gehört


04.10.2019
Als erste Info für die Planung des 22.10.: Hauptaugenmerk liegt auf der Demo in Bonn, dort brauchen wir möglichst viele Leute. Ihr seid also gefragt, möglichst viele Leute zu mobilisieren. Wir wollen einen Treckerkonvoi vor der Kundgebung durchführen. Deshalb wäre es toll, wenn auch aus weiteren Entfernungen möglichst viele mit Trecker kommen könnten (Stichwort: Tieflader von Lohnunternehmern etc.). Auch können Bustouren aus weiter entfernten Regionen nach Bonn organisiert werden. Zu den regionalen Aktionen werden wir Anfang der nächsten Woche mehr sagen können. Die sind auch nötig und sollen auch stattfinden, da uns auch klar ist, dass nicht jeder nach Bonn kommen kann. Wir müssen nur erstmal die Orga für Bonn stehen haben. Wir sind begeistert, was sich bis jetzt schon entwickelt hat, gemeinsam sind wir stark!

04.10.2019
Diese Gruppe ist aus einer Idee heraus entstanden. Es hat sich sehr schnell ein Team zusammengefunden, welches dieser Idee eine Gestalt gibt. Diese sieht wie folgt aus: Eine Großdemo, welche mit Schleppern aus der ganzen Republik besucht wird. Wer so weit nicht fahren kann, kann mit Bussen anreisen. Die Demo findet am 22.10. in Bonn statt. Unser Team arbeitet gerade mit Hochdruck daran, das Ganze umzusetzen. Wir haben einige Ideen aus dieser Gruppe aufgegriffen. Diese Gruppe hier ist aber keine Planungsgruppe. Anders ist die Organisation und Planung einer solchen Aktion nicht durchführbar. Wir haben uns sehr über die Anregungen gefreut. Diese Demonstration muss aber, damit die Wirkung nicht verpufft, von oben nach unten aufgebaut werden. Das bedeutet im Klartext: oberste Priorität hat die Anwesenheit in Bonn und diese bundesweite Veranstaltung. Danach werden noch gezielte regionale Aktionen umgesetzt, wo wir um rege Beteiligung derer bitten, denen es gar nicht möglich ist nach Bonn zu fahren. Eine Planung andersherum ist nicht sinnvoll. Darum bitten wir euch darum, uns zu unterstützen. Wir arbeiten mit Hochdruck und werden vermutlich heute im Laufe des Tages genaue Eckdaten liefern. Danke!